Warum steht künstliche Intelligenz gerade jetzt vor dem Durchbruch? Wie groß ist der Einfluss des Wetters auf das digitale Konsumentenverhalten? Wie kann man GPS-Standortdaten zur Optimierung von digitalen Kampagnen nutzen? Wie kann Content mithilfe von KI automatisiert erstellt werden? Wie nutzt man Daten von 30 Millionen Payback-Kunden? Diese und andere Fragen standen beim Big Data Marketing Day 2018 in München im Fokus.

Big Data OMMAX

Der Begriff “Big Data” schwirrt inzwischen schon seit einigen Jahren durch die Marketing-Welt. Und doch fällt den meisten von uns wenig Konkretes dazu ein. Auf dem Big Data Marketing Day 2018 wurden in 13 Beiträgen Fallstudien und Strategien präsentiert, mit denen Big Data greifbar wurde.

Big Data als Grundlage für Künstliche Intelligenz

Martin Szugat warf in seinem Beitrag die Frage auf, warum KI gerade jetzt vor dem Durchbruch stehe, obwohl es schon seit den 60er Jahren Versuche gebe, mit Hilfe von Computern künstliche Intelligenz zu entwickeln. Er unterstrich in seinem Fazit die Bedeutung der heutigen Datenverfügbarkeit und -qualität als kritischen Treiber der rasanten KI-Entwicklung. Für viele der heute erfolgreichen KI-Anwendungen wurden die theoretischen Grundlagen schon lange vorher veröffentlicht. Letztlich konnten sie aber erst durch die heute verfügbaren Daten realisiert werden. Ein Beispiel ist die deep-learning Bilderkennungstechnologie von Google, die erst durch einen manuell gelabelten Datensatz von ca. 1,5 Millionen Bildern in der Lage war, den Inhalt neuer Bilder selbstständig zu ermitteln.

Nutzer-Ansprache je nach Wetter

Auch wetter.com macht sich seit einiger Zeit die Verfügbarkeit von Big Data zu Nutze, um interessante Zusammenhänge ans Licht zu fördern. So wie in der Offline-Welt das Wetter maßgeblichen Einfluss auf unser Verhalten hat, zeigt auch das Nutzerverhalten im Internet eine deutliche Wetterabhängigkeit. Dr. Bornemann von wetter.com schätzt den Einfluss des Wetters – insbesondere hinsichtlich der Bewölkung – auf digitale Conversions auf bis zu 25 %. Mithilfe von tages- und ortsgenauen Wetterdaten können so präzise Modelle entwickelt werden, um den Traffic oder die Zielabschlüsse einer Webseite zu prognostizieren. Aus Marketing-Sicht kann dies zum Beispiel dafür genutzt werden, Kunden an Regentagen anders anzusprechen als an sonnigen Tagen und so die Conversion-Rate zu optimieren.

Offline-Verhalten online analysieren

Einen weiteren spannenden Vortrag lieferte Johannes Paysen von GroundTruth. Da in Deutschland immer noch rund 90 % des Umsatzes im Einzelhandel offline geschehen, hat es sich GroundTruth zum Anliegen gemacht, Standortdaten aus dem Offline-Verhalten der Kunden zu analysieren. Durch die Kooperation mit zahlreichen Apps verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über den mit Abstand größten Datensatz an Standortdaten mobiler Geräte. Wer zum Beispiel seiner Wetter-App Zugriff auf die Standort-Daten gewährt, sendet in vielen Fällen seinen Standort auch an GroundTruth. Dort wird mithilfe von Satellitenbildern und Kartenverzeichnissen erfasst, ob der User sich gerade in einem Geschäft, Restaurant oder einem sonstigen bekannten Ort aufhält und schließlich ein Bewegungsprofil der Nutzer erstellt. Aus der Masse der Nutzer ergeben sich damit aufschlussreiche Erkenntnisse, beispielsweise darüber, bei welchem Supermarkt McDonalds-Kunden besonders gerne einkaufen oder wie oft ein Starbucks-Kunde auch mal bei der Konkurrenz vorbeischaut.

Fazit: Big Data hat noch enormes Potenzial

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Big Data Marketing Day 2018 zahlreiche inspirierende Beispiele für die relevante Nutzung von Big Data lieferte. Das Potenzial ist demnach insbesondere im Hinblick auf digitales Marketing noch nicht ansatzweise ausgeschöpft und garantiert eine spannende Entwicklung schon in der nahen Zukunft.