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Industry Insights

Digitalisierung im Mittelstand - welche Branche ist Vorreiter, welche NachzĂŒgler?

Auch und gerade im Mittelstand ist die Digitalisierung das Nummer-eins-Thema. Doch welche Branchen treiben den digitalen Wandel insbesondere voran und welche gehen das Thema noch zögerlich an?

Digitalisierung: Deutschland nur auf Platz 17

Vorweg gesagt: Insgesamt gibt es noch viel Luft nach oben, denn Deutschland befindet sich laut der Innovationstudie des Fraunhofer-Instituts fĂŒr System- und Innovationsforschung (ISI) und des Zentrums fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung (ZEW) nur auf Rang 17 der LĂ€nder mit dem höchsten Digitalisierungsgrad und liegt somit weit hinter Finnland, Schweden und Israel, die hier die drei ersten PlĂ€tze belegen.

72 % halten die Digitalisierung fĂŒr wichtig

Laut einer Telekom-Studie zum Digitalisierungsindex kommen mittelstÀndische Unternehmen auf dem Weg der digitalen Transformation mit ganz unterschiedlichem Tempo voran. Wie sich die Unternehmen den digitalen Herausforderungen stellen und wie weit sie bei der Umsetzung bereits gekommen sind, hÀngt sehr stark von der Branche ab.

Google Trends Analysis

Wie die Grafik zeigt, hat die Digitalisierung fĂŒr die meisten Unternehmen große Bedeutung – 72 % halten sie fĂŒr wichtig oder sehr wichtig. Jedoch gibt es auf Branchenebene Differenzen bezĂŒglich der Relevanz der digitalen Transformation: Fertigungsunternehmen und Dienstleister geben am hĂ€ufigsten an, dass die Digitalisierung fĂŒr ihr Unternehmen große bis sehr große Relevanz besitzt. Im Baugewerbe hĂ€lt nur jedes fĂŒnfte Unternehmen das Thema fĂŒr wichtig. Der Handel rangiert im Mittelfeld.

Digitale Vorreiter Industrie-, Transport- und Logistikbranche

Auf dem Weg der digitalen Transformation haben Industrieunternehmen einen Vorsprung, da sie sich schon frĂŒh mit Themen wie Automation oder Industrie 4.0 beschĂ€ftigt haben. Bereits 30 Prozent der Industrieunternehmen arbeiten an der Umsetzung einer umfassenden Digitalisierungsstrategie. Auch in der Transport- und Logistikbranche ist der digitale Wandel im Vergleich zu anderen Branchen bereits stark ausgeprĂ€gt; insbesondere im Umgang mit IT- und Datensicherheit können sie punkten. Dennoch: Will die Branche im globalen Wettbewerb mithalten, muss sie ihre DigitalisierungsbemĂŒhungen weiter verstĂ€rken, da die Akzeptanz der hohen Investitionskosten noch gering ist.

Entwicklungspotenzial in Baugewerbe und Handel

Zwar macht das Baugewerbe bereits erste Schritte in Richtung digitale Transformation, jedoch kommt diese Branche langsamer voran als etwa Industrie und Dienstleistung, denn nur 60 % aller Bau-Unternehmen sind bereits aktiv bezĂŒglich digitaler Innovationen:

Etwas mehr zeigt sich die steigende Relevanz der Digitalisierung in der Handelsbranche. Erfolge von Online Shops wie Amazon oder Zalando und Pleiten von Quelle oder Schlecker sowie zahlreicher EinzelhandelsgeschĂ€fte in den deutschen FußgĂ€ngerzonen werden im Handel als wichtiges Signal gewertet. Hier sind es bereits 65 % der Unternehmen, welche die Digitalisierung in Form einzelner Projekte oder einer ĂŒbergreifenden Strategie anpacken.

Zukunftsweisend: die Dienstleistungsbranche

Im Wesentlichen gibt es in der Dienstleistungsbranche zwei Angriffsstellen. Zum einen auf Produktebene, wie zum Beispiel bei digitalen ProjektplÀnen oder bei der PrÀsentation von Zahlenwerken, zum anderen beim Prozess, in dem das Produkt oder die Dienstleistung entsteht. Bei den Prozessen ist die Performance relativ gut; es gibt aber eindeutigen Verbesserungsbedarf auf Produktebene, da 39% der Befragten die Digitalisierung ihrer Produkte noch kritisch betrachten. Insgesamt ergibt sich bei den Dienstleistern jedoch ein sehr zukunftsweisendes Bild: Bereits 82 % nehmen die Digitalisierung in Angriff.

GrĂŒnde fĂŒr die ZurĂŒckhaltung beim digitalen Wandel

Doch weshalb zögern viele Unternehmen, den Schritt zur digitalen Transformation zu wagen, obwohl sie sich der Chancen der Digitalisierung durchaus bewusst sind? 41 Prozent der Befragten geben hohe Investitionskosten als Ursache fĂŒr ihre ZurĂŒckhaltung an, 36 Prozent haben Angst vor zusĂ€tzlichen IT-Sicherheitsrisiken und 23 Prozent nennen fehlendes Know-how in den Fachbereichen. LĂ€ngerfristig wird so jedoch auf Chancen verzichtet, wie zum Beispiel auf gesteigerte ProduktivitĂ€t mittels durchgĂ€ngig automatisierter Prozessketten oder auf den einfachen, schnellen Zugriff auf Daten verschiedenster Quellen. Zudem könnte die interne Zusammenarbeit mittels digitaler Tools, wie etwa Videokonferenzen, noch verbessert werden.

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