5 Minutes Read Von Christian Brugger, Dr. Stefan Sambol

Digitale Transformation in KMU: zuerst die Strategie, dann die Technik

#Digitale Strategie#Digital Transformation#Industry Trends

Digitale Transformation ist ein Schlagwort, das in den Korridoren von Unternehmen auf der ganzen Welt erschallt. Aber was bedeutet es wirklich für kleine und mittlere Unternehmen (KMU)? Bei der digitalen Transformation geht es nicht nur um die Integration der neuesten Technologien, und sie ist definitiv kein Selbstzweck. Es geht vielmehr darum, eine klare Vision zu haben, eine zielgerichtete Geschäftsstrategie zu verfolgen und die richtige Einstellung im Unternehmen zu etablieren.

Der deutsche Mittelstand schwächelt

Für eine erfolgreiche digitale Transformation sind diese Maßnahmen – eine übergreifende Vision, eine sinnvolle Geschäftsstrategie und eine entsprechende Einstellung im Unternehmen – unerlässlich. Erst dann sollten Investitionen in Technologien folgen. Die deutsche Wirtschaft, die vor 25 Jahren einmal als "kranker Mann Europas" bezeichnet wurde, hat ihre Höhen und Tiefen erlebt. Heute liegen die Investitionen in Informationstechnologie, die als Schlüsselfaktor für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg angesehen werden kann, weit hinter denen anderer Länder zurück. Der deutsche Mittelstand ist sich der Bedeutung des digitalen Wandels durchaus bewusst, zögert aber noch – was möglicherweise auf das Scheitern vieler bisheriger Digitalisierungsprojekte zurückzuführen ist.

Keine Transformation ohne Ziele

Viele KMU versäumen es, sich eine klare Vision für ihre digitale Transformation zu setzen und klare Ziele für ihren konkreten Fall zu definieren. Um dies zu erreichen, sind die folgenden sechs Faktoren entscheidend:

  1. Schaffung einer gemeinsamen digitalen Vision im Unternehmen
  2. Priorisierung der wichtigsten digitalen Aufgaben
  3. Kontinuierliche Validierung neuer digitaler Ansätze
  4. Ein flexibler, Governance-orientierter Führungsstil
  5. Entwicklung einer geeigneten technologischen Infrastruktur und Aufbau entsprechender digitaler Kompetenzen
  6. Verbesserung der Datentransparenz

Eine gemeinsame digitale Vision

Vage Ausdrücke wie "digital sein" reichen nicht aus, um die tiefgreifenden Veränderungen zu beschreiben und voranzutreiben, die mit der digitalen Transformation einhergehen. Um eine wirkungsvolle digitale Vision zu entwickeln, müssen Unternehmen über den aktuellen Status quo hinausblicken und sich fragen, welchen einzigartigen Wert sie in der künftigen digitalen Landschaft bieten können. Dies erfordert eine gründliche Selbstreflexion über ihre Rolle in der zukünftigen Welt und die spezifischen Angebote, die sie ihren Kunden machen wollen.

 

Aufgaben priorisieren

In erster Linie sollte die dringendste Aufgabe identifiziert werden, die für die aktuellen Unternehmensziele relevant ist. Dabei sollte man sich weder von technologischen noch von reinen Kosteneinsparungsüberlegungen ablenken lassen: Für eine erfolgreiche digitale Transformation müssen sich die Prio1-Aufgaben vollständig an der übergeordneten Vision ausrichten.

 

Neue digitale Ansätze

Bei der digitalen Transformation halten viele Unternehmen an traditionellen Methoden fest, die im digitalen Zeitalter möglicherweise nicht mehr greifen. Stattdessen sollten sie agile Strategien anwenden, die sich an den Grundsätzen des Lean Startup orientieren und den Schwerpunkt auf kontinuierliches Testen und Validieren legen. Dieser Ansatz erfordert das Eingehen von Risiken und das häufige Überprüfen von Geschäftsannahmen, bietet aber eine konsistente Lernkurve und Anpassungsfähigkeit an reale Bedingungen.

 

Moderne Führung

Für eine erfolgreiche Transformation benötigen Unternehmen einen Führungsstil, der in einer modernen Governance verwurzelt ist, die den Wandel ganzheitlich betrachtet und sich an ihn anpasst. Anstatt sich auf Kosteneinsparungen zu konzentrieren, sollten Unternehmen potenzielle neue Einnahmemöglichkeiten durch digitale Dienstleistungen analysieren, was allerdings eine multifunktionale Zusammenarbeit der internen Teams erfordert.

 

Digitale Unternehmenskultur

Die Einführung einer echten digitalen Kultur verschafft führenden Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil. Während digitale Pioniere die Digitalisierung nahtlos in ihre Abläufe integrieren, mangelt es vielen mittelständischen deutschen Familienunternehmen an digitaler Kompetenz, insbesondere bei den Vorständen. Das erschwert das Verständnis und die Diskussion digitaler Trends auf höchster Ebene.

 

Transparenz der Daten

Um digitale Initiativen erfolgreich voranzutreiben, müssen mittelständische Unternehmen ihre Systeme und Infrastruktur deutlich anpassen. Dazu gehört das Aufbrechen von Datensilos, um einen reibungslosen Informationsaustausch zwischen verschiedenen Abteilungen und Managementteams zu gewährleisten. Auf diese Weise kann das volle Potenzial der bereits vorhandenen Daten ausgeschöpft und für weiteres Wachstum genutzt werden. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Software- und Hardware-Konfigurationen so flexibel gestaltet sind, dass bei Bedarf problemlos neue Funktionen integriert werden können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht in manage it.

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